Kaulberg, Schranne, Obere Sandstraße, Obere Brücke, Obstmarkt

Am Unteren Kaulberg - Repro: Gerald Raab, Staatsbibliothek
Der Obstmarkt. Repro: Jürgen Schraudner, Stadtarchiv

Für die damalige Zeit war es eine technische Meisterleistung, die Bahn den Unteren Kaulberg hinauffahren zu lassen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dies bei winterlichen Straßenverhältnissen nicht einfach oder manchmal sogar unmöglich war, die erhebliche Steigung zu bewältigen.

In der ausführlichen Chronik des Bürgervereins 4. Distrikt (125 Jahre 1891 - 2016) wurde mehrmals das Bamberger Tageblatt zitiert. Hier die Auszüge:
"Tgbl. Nr. 100 vom 30. April 1897": Gesperrt ist für heute und morgen der Fuhrwerksverkehr in der oberen Sandstraße. Da dort um diese Zeit die Schienen für die Straßenbahn verlegt werden.
"Tgbl. Nr. 218 vom 20. September 1897": Die ersten Straßenbahnwagen liefen gestern durch die Stadt. Für diesmal allerdings noch ohne elektrische Kraft und mit Pferden bespannt. Am Kaulberg gab es eine kleine Carambolage. Am Kaulberg waren 8 bzw. 10 Pferde vorgespannt.
Link zur Website des rührigen Bürgervereins

Der Obstmarkt präsentiert sich in seinem ursprünglichen Zustand, ohne die im 2. Weltkrieg entstandenen erheblichen Bombenschäden (Foto oben rechts).

Ein Bild mit Straßenbahnwagen und einer Reihe von Personen samt Personal, die beim Torbogen des Alten Rathauses auf das Kommando des Fotografen warten, wurde schon in vielen Publikationen verbreitet und ist wohl die bekannteste Straßenbahnansicht (siehe in der Galerie).

Einige Fotos aus der Oberen Sandstraße Richtung Gaustadt sind ebenfalls in der Fotogalerie enthalten. An der Elisabethenkirche zeigt es eine Haltestelle mit Ausweiche. Ansonsten sind kaum weitere Fotos aus diesem Straßenbereich bekannt. Dankenswerter Weise hat mir Herr Matthias Trum vom "Schlenkerla" einige historische Ansichten zur Verfügung gestellt, die zumindest die Gleise an der Rauchbiergaststätte zeigen. An dieser Stelle ist es ziemlich eng. Für einen Fotografen mit Plattenkamera und einem hinzukommenden Straßenbahnwagen wäre da kaum Platz gewesen.

Wär' so schön gewesen: Haltestelle vor dem Schlenkerla...

Hausansicht mit Gleisen und Kopfsteinpflaster um etwa 1912. Entnommen der sehr ausführlichen und empfehlenswerten Chronik "Bürgerverein 4. Distrikt der Stadt Bamberg e.V. - 125 Jahre 1891-2016"

Bitte Foto oben anklicken! Es zeigt die alte Hausansicht und die Brauerei zwischen 1906 und 1912 an der Dominikanerstr. 6

Rechts:
Das Schlenkerla im verputzten Zustand.

Links (kleines Foto - bitte anklicken!). Etwas andere Perspektive und mit Einblendung einer großen Fassadenuhr am gegenüber liegenden Gebäude

CD "Gschichtla rund um die Obere Pfarre"

Diese CD entdeckte ich im August 2015 in der Oberen Pfarre. Das Mundart-Hörbuch erzählt Gschichtla, vorgetragen von Rettl Motschenbacher, Ursel Gumbsch, Heiner Kemmer und Siegmar Walter:

Die Brotwörschtprozesssion - Beichtgeheimisse - A weng schaukln - Eä woä holt a Saamäla - Madonnen-Begegnungen . Solcha Kavalierä - Unsä Sebastian - Die richtig Muttägottes - Allähand Fohna - Habemus Babam.

Erschienen auf Audore Records. Auf dem Plattenlabel hat man den Straßenbahnen bei der Oberen Pfarre ein fast akustisches Denkmal gesetzt.

Galerie zum Blättern