Neue Versuche der Personenförderung

Darüber kann man heute nur schmunzeln. Repro: Jürgen Schraudner, Stadtarchiv

Wie es im Leben so ist: Nach der Einstellung des Straßenbetriebes hagelte es Proteste aus der Bürgerschaft. So entschloss man sich, ab 1. Dezember 1924 nach langwierigen Verhandlungen einen Buslinienverkehr einzuführen. Dieses Experiment scheiterte aber bereits nach zwei Monaten mit Ablauf des 31. Januar 1925. Eine Kuriosität war der Versuch, nach diesem Experiment mittels eines offenen Elektrokarrens Leute zu befördern.

Vielen älteren Bambergern sagt der Name Franz Josef Metzer noch etwas, der seinerzeit als „Billiger Jakob“ bekannt war. Er wollte den Stadtoberen zeigen, dass man auch als Privatmann für die Bürger tätig werden kann, um wieder einen geregelten und offenbar doch bitter nötigen Personennahverkehr zu gewährleisten. Vom Magistrat der Stadt Bamberg erhielt er schließlich für mindestens zwei Wochen die probeweise Genehmigung, quer durch die Stadt und sogar bis nach Gaustadt zu fahren. Daraufhin besorgte sich Metzner in Leipzig vier Elektrokarren mit Anhänger, auf denen bis zu 10 Personen Platz fanden. Man kann es kaum glauben, dass an nur 22 Betriebstagen etwa 20000 Personen befördert wurden, für ein „Zehnerla“. Metzner musste aber letzten Endes einen Minusbetrag von ca. 1000 Mark schlucken.

Die Stadt fühlte sich dennoch ermutigt und nahm mit der Oberpostdirektion Bamberg Verbindung auf, um einen Ringlinienverkehr einzuführen. Dies geschah dann auch und wäre ein anderes Thema.

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